Die letzte Woche war wie erhofft noch ziemlich schön und ereignisreich. Unser Ausflug Downtown nach Nicoya hat zwar nicht unbedingt unseren Vorstellungen entsprochen, war aber trotzdem zeimlich interessant. Leider sind die Geschäfte dort zu meiner Enttäuschung nicht wesentlich günstiger. Trotzdem habe ich mir zwei Tops gegönnt, da man es in Sámara bei 40 Grad sogar in T-Shirts nicht wirklich aushält. Wenn ich in Zukunft neue Kleidung brauche, werde ich wohl in die "Ropa americana"-Welt eintauchen, wie die Ticos die Second-Hand Läden nennen, da Kleidung meist aus Amerika zugeschickt wird. Außerdem entspricht die costaricanische Mode meist nicht wirklich meinem Geschmack, wenn in den meisten "Boutiquen" Lederkorsetts mit Glitzersteinchen auf den Kleiderbügeln hängen, mit denen ich wohl eher nichts anfangen kann. Gegen Ende unseres Aufenthalts hob sich unsere Stimmung durch ein leckeres Eis, das wir bei netten Gesprächen im Park genossen.
Am Freitag hat mich Lorenzo - Franciscos Schwiegersohn - mit seinen vier Kindern zu seinem Lieblingsstrand mitgenommen, von dem er schon seit Wochen schwärmte und den er mir unbedingt zeigen wollte. Er hat sogar um 20 $ gewettet, dass es auch mein absoluter Lieblingsstrand werden wird und er hatte sowas von recht! Der Sand war elfenbeinweiß und das Wasser fast schon türkis. Wir stürtzen uns in die meterhohen Wellen und hatten echt einen Heidenspaß bis es allmählich dämmerte und wir Carla von der Arbeit abholen mussten. Am Abend hab ich mich noch ein bisschen um die Kinder gekümmert und das Haus geputzt, damit sich Carla von ihrer anstrengenden Woche erholen konnte, was das Mindeste ist, was ich für diese nette Familie tun kann. Am Abend kamen noch Lorenzos Englischnachhilfeschüler, mit denen ich ein paar Übungen gemacht habe. Vor allem in der Bildung merkt man den Unterschied zwischen einem Schwellenlad und einem Industrieland... Das liegt definitiv auch daran, dass Guanacaste die letzte Provinz war, die zu Nicaragua gehörte und deswegen einen bemerkenswerten Rückstand in Sachen Bildung hat. Obwohl Costa Rica schon seit genügend Jahren seine Armee aufgelöst hat und seitdem das Geld ins Schulsystem investiert, können Einige nicht einmal lesen, wie einer der Nachhilfeschüler. Wenigstens fühle ich mich hier gebraucht und weiß, dass ich vielen Leuten sicherlich helfen kann, indem ich beispielsweise ein paar Englischstunden gebe. Die nächsten Tage kann ich gleich mal damit anfangen, da Lorenzo in eine andere Stadt fahren muss, um etwas zu organisieren und mir seine Schüler überlässt.
Am Samstag konnten wir bei der Vorbereitung der Schule für den ersten Schultag mithelfen. Wir entstaubten den Computerraum, der überraschenderweise ziemlich gut ausgestattet ist, und bastelten kleine Willkommensgeschenke für die Schüler. Am Nachmittag folgte dann das absolute Highlight von Maura und mir! Wir freuten uns wie kleine Kinder auf unseren Kochabend! Brayian - ein Freund von Ronny - stellte uns seine Küche zur Verfügung, weil er der einzige mit Ofen ist. Nachdem wir uns im Supermarkt von Sámara mit allen Lasagnezutaten ausgestattet haben, fingen wir alle hochmotiviert an zu kochen und saßen nach ein oder zwei Stunden mit einem kugelrunden Lasagnebauch auf Bryians Sofa. Wir waren echt die glücklichsten Menschen auf der Welt! Ich muss sagen, die Lasagne ist uns extrem gut gelungen und war ein angenehmer Gruß aus der fernen Heimat. Das hat auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!
Am Sonntag nahm Francisco uns -Paola, Samuel und mich - wie gewohnt mit an den Strand und lud Maura das erste Mal mit ein. Leider mussten wir erstmal einen Hike über einen Berg machen, bis wir dann endlich an den Strand kamen. Er war schon etwas besonderes, da wir umgeben von einer riesigen Felswand waren und ich denke, Mauras erster Schnorchelausflug hat ihr gefallen. Ich hab versucht, meine Leidenschaft fürs Wasser ein bisschen mit ihr zu teilen. Dann hat sich Francisco eingebildet, vom Strand "de indio" in eine andere Bucht zu laufen, da es von dort aus viel einfacher war, wieder zurückzukommen nur hat er die Flut etwas unterschätzt. So wurde es kein schöner Strandsparziergang, sondern ein ziemlich gefährlicher Marsch über die Felsen, der sich ziemlich hinzog, was mir für Maura echt leidgetan hat, weil sie sich unter einem Strandausflug glaube ich eher etwas Entspannteres vorgestellt hat. Zum Schluss mussten wir dann noch die Hälfte des Heimweges laufen, da die Polizei auf unserer Strecke den Verkehr auf Sicherheit kontrollierte und wir unmöglich zu dritt (Francisco musste immer zweimal fahren, um alle zu transportieren) auf einem Mopet fahren konnten. Am Abend waren Maura und ich dann sichtlich erschöpft und schlossen das Wochenende mit einer Granatapfel-Gesichtmaske ab.
Leider kann ich von den ersten Tagen im Projekt nicht viel erzählen, da es meinen Magen schon zum zweiten Mal verdorben hat und ich seit 2 Tagen im Bett liege, aber morgen bin ich sicherlich wieder am Start und kann für den geplanten Spendenlauf am Wochenende mithelfen.




Hi Alena, hier ist die Kerry.....habe mich als deine Mutter eingeloggt :-) ich habe dir eine Freundschaftsanfrage über Facebook geschickt :-) schreib mir einfach! LG Kerry

Liebe Alena ,
heute konnten wir zum ersten Mal im Freien in der Sonne sitzen, bei guten Temperaturen , Tauchen in azurblauem Wasser oder Schnorcheln , mit oder ohne Haie, kann ich mir beim besten Willen nur vorstellen wenn ich Dich in einem Film mitspielen sehe. So habe ich auch keine Angst, denn es ist ja immer ein Regisseur und ein Kamerateam zugegen, ach pardon, vielleicht ist es ja auch nur Dein persönlicher Schutzengel. Aber denk dran: flieg nie schneller als Dein Schutzengel Dir folgen kann!
Es grüßt Dich ganz herzlich
Dein Papa