Könnt ihr euch noch an meine Erzählung vom Hot Spring River erinnern? Hier kommt ein nachträgliches Foto. Ich denk echt oft daran, deswegen zeig ich euch mal ein Bild. Nicht wundern - da sind wir noch alle käseweiß ;-)


alenarube am 12. Februar 2015 | 0 Kommentare
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Die letzte Woche war wie erhofft noch ziemlich schön und ereignisreich. Unser Ausflug Downtown nach Nicoya hat zwar nicht unbedingt unseren Vorstellungen entsprochen, war aber trotzdem zeimlich interessant. Leider sind die Geschäfte dort zu meiner Enttäuschung nicht wesentlich günstiger. Trotzdem habe ich mir zwei Tops gegönnt, da man es in Sámara bei 40 Grad sogar in T-Shirts nicht wirklich aushält. Wenn ich in Zukunft neue Kleidung brauche, werde ich wohl in die "Ropa americana"-Welt eintauchen, wie die Ticos die Second-Hand Läden nennen, da Kleidung meist aus Amerika zugeschickt wird. Außerdem entspricht die costaricanische Mode meist nicht wirklich meinem Geschmack, wenn in den meisten "Boutiquen" Lederkorsetts mit Glitzersteinchen auf den Kleiderbügeln hängen, mit denen ich wohl eher nichts anfangen kann. Gegen Ende unseres Aufenthalts hob sich unsere Stimmung durch ein leckeres Eis, das wir bei netten Gesprächen im Park genossen.
Am Freitag hat mich Lorenzo - Franciscos Schwiegersohn - mit seinen vier Kindern zu seinem Lieblingsstrand mitgenommen, von dem er schon seit Wochen schwärmte und den er mir unbedingt zeigen wollte. Er hat sogar um 20 $ gewettet, dass es auch mein absoluter Lieblingsstrand werden wird und er hatte sowas von recht! Der Sand war elfenbeinweiß und das Wasser fast schon türkis. Wir stürtzen uns in die meterhohen Wellen und hatten echt einen Heidenspaß bis es allmählich dämmerte und wir Carla von der Arbeit abholen mussten. Am Abend hab ich mich noch ein bisschen um die Kinder gekümmert und das Haus geputzt, damit sich Carla von ihrer anstrengenden Woche erholen konnte, was das Mindeste ist, was ich für diese nette Familie tun kann. Am Abend kamen noch Lorenzos Englischnachhilfeschüler, mit denen ich ein paar Übungen gemacht habe. Vor allem in der Bildung merkt man den Unterschied zwischen einem Schwellenlad und einem Industrieland... Das liegt definitiv auch daran, dass Guanacaste die letzte Provinz war, die zu Nicaragua gehörte und deswegen einen bemerkenswerten Rückstand in Sachen Bildung hat. Obwohl Costa Rica schon seit genügend Jahren seine Armee aufgelöst hat und seitdem das Geld ins Schulsystem investiert, können Einige nicht einmal lesen, wie einer der Nachhilfeschüler. Wenigstens fühle ich mich hier gebraucht und weiß, dass ich vielen Leuten sicherlich helfen kann, indem ich beispielsweise ein paar Englischstunden gebe. Die nächsten Tage kann ich gleich mal damit anfangen, da Lorenzo in eine andere Stadt fahren muss, um etwas zu organisieren und mir seine Schüler überlässt.
Am Samstag konnten wir bei der Vorbereitung der Schule für den ersten Schultag mithelfen. Wir entstaubten den Computerraum, der überraschenderweise ziemlich gut ausgestattet ist, und bastelten kleine Willkommensgeschenke für die Schüler. Am Nachmittag folgte dann das absolute Highlight von Maura und mir! Wir freuten uns wie kleine Kinder auf unseren Kochabend! Brayian - ein Freund von Ronny - stellte uns seine Küche zur Verfügung, weil er der einzige mit Ofen ist. Nachdem wir uns im Supermarkt von Sámara mit allen Lasagnezutaten ausgestattet haben, fingen wir alle hochmotiviert an zu kochen und saßen nach ein oder zwei Stunden mit einem kugelrunden Lasagnebauch auf Bryians Sofa. Wir waren echt die glücklichsten Menschen auf der Welt! Ich muss sagen, die Lasagne ist uns extrem gut gelungen und war ein angenehmer Gruß aus der fernen Heimat. Das hat auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!
Am Sonntag nahm Francisco uns -Paola, Samuel und mich - wie gewohnt mit an den Strand und lud Maura das erste Mal mit ein. Leider mussten wir erstmal einen Hike über einen Berg machen, bis wir dann endlich an den Strand kamen. Er war schon etwas besonderes, da wir umgeben von einer riesigen Felswand waren und ich denke, Mauras erster Schnorchelausflug hat ihr gefallen. Ich hab versucht, meine Leidenschaft fürs Wasser ein bisschen mit ihr zu teilen. Dann hat sich Francisco eingebildet, vom Strand "de indio" in eine andere Bucht zu laufen, da es von dort aus viel einfacher war, wieder zurückzukommen nur hat er die Flut etwas unterschätzt. So wurde es kein schöner Strandsparziergang, sondern ein ziemlich gefährlicher Marsch über die Felsen, der sich ziemlich hinzog, was mir für Maura echt leidgetan hat, weil sie sich unter einem Strandausflug glaube ich eher etwas Entspannteres vorgestellt hat. Zum Schluss mussten wir dann noch die Hälfte des Heimweges laufen, da die Polizei auf unserer Strecke den Verkehr auf Sicherheit kontrollierte und wir unmöglich zu dritt (Francisco musste immer zweimal fahren, um alle zu transportieren) auf einem Mopet fahren konnten. Am Abend waren Maura und ich dann sichtlich erschöpft und schlossen das Wochenende mit einer Granatapfel-Gesichtmaske ab.
Leider kann ich von den ersten Tagen im Projekt nicht viel erzählen, da es meinen Magen schon zum zweiten Mal verdorben hat und ich seit 2 Tagen im Bett liege, aber morgen bin ich sicherlich wieder am Start und kann für den geplanten Spendenlauf am Wochenende mithelfen.
Am Freitag hat mich Lorenzo - Franciscos Schwiegersohn - mit seinen vier Kindern zu seinem Lieblingsstrand mitgenommen, von dem er schon seit Wochen schwärmte und den er mir unbedingt zeigen wollte. Er hat sogar um 20 $ gewettet, dass es auch mein absoluter Lieblingsstrand werden wird und er hatte sowas von recht! Der Sand war elfenbeinweiß und das Wasser fast schon türkis. Wir stürtzen uns in die meterhohen Wellen und hatten echt einen Heidenspaß bis es allmählich dämmerte und wir Carla von der Arbeit abholen mussten. Am Abend hab ich mich noch ein bisschen um die Kinder gekümmert und das Haus geputzt, damit sich Carla von ihrer anstrengenden Woche erholen konnte, was das Mindeste ist, was ich für diese nette Familie tun kann. Am Abend kamen noch Lorenzos Englischnachhilfeschüler, mit denen ich ein paar Übungen gemacht habe. Vor allem in der Bildung merkt man den Unterschied zwischen einem Schwellenlad und einem Industrieland... Das liegt definitiv auch daran, dass Guanacaste die letzte Provinz war, die zu Nicaragua gehörte und deswegen einen bemerkenswerten Rückstand in Sachen Bildung hat. Obwohl Costa Rica schon seit genügend Jahren seine Armee aufgelöst hat und seitdem das Geld ins Schulsystem investiert, können Einige nicht einmal lesen, wie einer der Nachhilfeschüler. Wenigstens fühle ich mich hier gebraucht und weiß, dass ich vielen Leuten sicherlich helfen kann, indem ich beispielsweise ein paar Englischstunden gebe. Die nächsten Tage kann ich gleich mal damit anfangen, da Lorenzo in eine andere Stadt fahren muss, um etwas zu organisieren und mir seine Schüler überlässt.
Am Samstag konnten wir bei der Vorbereitung der Schule für den ersten Schultag mithelfen. Wir entstaubten den Computerraum, der überraschenderweise ziemlich gut ausgestattet ist, und bastelten kleine Willkommensgeschenke für die Schüler. Am Nachmittag folgte dann das absolute Highlight von Maura und mir! Wir freuten uns wie kleine Kinder auf unseren Kochabend! Brayian - ein Freund von Ronny - stellte uns seine Küche zur Verfügung, weil er der einzige mit Ofen ist. Nachdem wir uns im Supermarkt von Sámara mit allen Lasagnezutaten ausgestattet haben, fingen wir alle hochmotiviert an zu kochen und saßen nach ein oder zwei Stunden mit einem kugelrunden Lasagnebauch auf Bryians Sofa. Wir waren echt die glücklichsten Menschen auf der Welt! Ich muss sagen, die Lasagne ist uns extrem gut gelungen und war ein angenehmer Gruß aus der fernen Heimat. Das hat auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!
Am Sonntag nahm Francisco uns -Paola, Samuel und mich - wie gewohnt mit an den Strand und lud Maura das erste Mal mit ein. Leider mussten wir erstmal einen Hike über einen Berg machen, bis wir dann endlich an den Strand kamen. Er war schon etwas besonderes, da wir umgeben von einer riesigen Felswand waren und ich denke, Mauras erster Schnorchelausflug hat ihr gefallen. Ich hab versucht, meine Leidenschaft fürs Wasser ein bisschen mit ihr zu teilen. Dann hat sich Francisco eingebildet, vom Strand "de indio" in eine andere Bucht zu laufen, da es von dort aus viel einfacher war, wieder zurückzukommen nur hat er die Flut etwas unterschätzt. So wurde es kein schöner Strandsparziergang, sondern ein ziemlich gefährlicher Marsch über die Felsen, der sich ziemlich hinzog, was mir für Maura echt leidgetan hat, weil sie sich unter einem Strandausflug glaube ich eher etwas Entspannteres vorgestellt hat. Zum Schluss mussten wir dann noch die Hälfte des Heimweges laufen, da die Polizei auf unserer Strecke den Verkehr auf Sicherheit kontrollierte und wir unmöglich zu dritt (Francisco musste immer zweimal fahren, um alle zu transportieren) auf einem Mopet fahren konnten. Am Abend waren Maura und ich dann sichtlich erschöpft und schlossen das Wochenende mit einer Granatapfel-Gesichtmaske ab.
Leider kann ich von den ersten Tagen im Projekt nicht viel erzählen, da es meinen Magen schon zum zweiten Mal verdorben hat und ich seit 2 Tagen im Bett liege, aber morgen bin ich sicherlich wieder am Start und kann für den geplanten Spendenlauf am Wochenende mithelfen.
alenarube am 12. Februar 2015 | 2 Kommentare
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Inzwischen sind Maura und ich so richtig im kleinen Torito angekommen und werden nicht mehr als "las muchachas", sondern als die Schwestern von Ronny und Rudy bzw. von Paola und Samuel angesprochen. Letzte Woche ist Georgia wieder nach Torito gekommen, die während der Schulferien bei ihrem Freund in Nicoya war. Sie arbeitet auch als Freiwillige im Kindergarten unseres kleinen Dörfchens und bleibt noch einen Monat hier. Wir drei genießen noch unsere letzte Woche bevor es endlich so richtig losgeht.
Maura und ich wussten in den ersten Wochen gar nicht, was wir mit so viel Glück, in einem so wunderbaren Ort zu wohnen, anfangen sollten, aber nach und nach begreifen wir, dass wir uns beispielsweise jeden Tag den Sonnenuntergang anschauen können, der echt atemberaubend ist! Der Horizont schien zu brennen als die Sonne schon fast nicht mehr zu sehen war. Während man noch die letzten Sonnenstrahlen genießen konnte, erschienen schon der Mond und die ersten Sterne. Das Panorama sah exakt so aus, wie wenn es irgendwelche Ölmaler gestalten würden, wo man sich eigentlich immer denkt, dass sie es ein bisschen mit den Farben übertreiben... Auf jeden Fall wird es einer meiner neuen Lieblingsbeschäftigungen sein, mir den Sonnenuntergang anzusehen.
Ansonsten sind Maura und ich nach den Spanischstunden und nach getaner Arbeit im Fitnessstudio fast jeden Tag am Strand und brutzeln fleißig in der Sonne. An den Wochenenden gehen mein Gastpapa, die Kinder und ich ausgerüstet mit Flossen, Maske und Schnorchel Meeresfrüchte sammeln. Es klingt komisch, aber es ist wie wenn wir Deutschen Pilze sammeln gehen. Man kann genauso ungenießbare Muscheltiere aufsammeln, wie ich es am Anfang immer getan habe, worauf mich Francisco immer ausgelacht hat, und man muss genauso viel Glück und den richtigen Riecher haben. Inzwischen finde ich aber die richtigen Krebse und Muscheln, das meinen Gastpapa besonders freut.
Wenn mir der Trubel zu Hause ein bisschen zu viel wird, flüchte ich mich zu Maura und ihren Gastbrüdern, bei denen es wesentlich entspannter abläuft. Letztens haben wir zu einer Tasse Kaffee UNO gespielt. Gestern haben wir uns einen Nachmittag am Strand gegönnt, wo Ronny fleißig deutsch gelernt hat und am Wochenende machen wir zusammen Lasagne, worauf Maura und ich uns schon wahnsinnig freuen! Wir haben gleich mal klargestellt, dass die Lasagne italienisch sein muss und auf gar keinen Fall mit Koriander gewürzt werden darf. Dieses Gewürz hauen die Ticos nämlich auf alles drauf und letztendlich schmeckt dann alles nach diesem ekligen grünen Zeug...
Eines fällt Maura und mir immer wieder auf: Während die costa-ricanischen Mädels uns gegenüber eher skeptisch sind, sind die Jungs die größten Gentlemen auf Erden! Ronny beispielsweise ist sozusagen das Mädchen für alles. Er macht Mauras Frühstück, hilft seiner Mutter im Haushalt, kutschiert seine Familie mit dem Auto durch die Gegend, weil er der Einzige ist, der einen Führerschein besitzt. Dementsprechend muss auch er immer das Auto abstauben, hilft der Gemeinde, die Kirche und die Schule zu putzen und so weiter und so fort. Also da sollte sich der ein oder andere Deutsche mal eine Scheibe von abschneiden. ;-)
Warum ich diesen Beitrag als die Woche der Feste benannt habe, werde ich euch jetzt mal erzählen. Wochenlang hat sich nämlich das Dorf für das Fest der typischen Tänze in Nosara vorbereitet, was mich schier in den Wahnsinn getrieben hat. Es fand nämlich nicht nur zweimal die Woche eine Tanzstunde statt, sondern es wurde auch fleißig direkt vor meinem Zimmerchen auf dem Fußballfeld getrommelt. Mauras Gastbrüder leiten nämlich eine Percussiongruppe von circa 20 Mann, die ebenfalls ihre Stücke für das große Fest probten und mir somit meine heißgeliebten Siestas raubten! Dementsprechend war ich ziemlich erleichtert, als wir dann verteilt in zwei amerikanischen Schulbussen saßen, die uns nach Nosara bringen sollten. Die Frauen waren alle festlich geschminkt, hatten ihre Tracht zur Hand und trugen einen streng zusammengebundenen Dutt. Die Männer der Schöpfung haben sich mit selbst designter Uniform ausgestattet und feierten den Tag schon reichlich im Bus. Übrigens mussten wir erstmal 2 Stunden auf die Busse warten, die sich ordentlich verspätet haben und sie es anscheinend gar nicht eilig hatten, sodass wir für 27 Kilometer circa 1,5 Stunden brauchten. Die Ticos nehmen es nicht so ganz ernst mit der Pünklichtkeit und überhaupt läuft hier alles sehr entspannt ab.
Die typischen Tänze von Costa Rica sind eher einfach und schlicht gehalten. Sowohl die Lieder, als auch die Tanzschritte wiederholten sich des Öfteren. Dafür durften wir ein circa 30 minütiges Trommelkonzert genießen, das mich echt beeindruckt hat! Nach der Vorstellung wurde uns Reis mit Gemüse serviert, man konnte auf einem elektronischen Bullen reiten, ja sogar ein kleines Riesenrad wurde aufgestellt.
Zwei Tage danach lud mich Mauras Gang ein, ein bisschen in Sámara feiern zu gehen, das das erste Mal war, seitdem ich in Costa Rica angekommen bin und ich muss echt sagen, dass das lateinamerikanische Temperament eine ganz andere Stimmung aufkommen lässt als in Deutschland. Darüber hinaus haben die Costa-Ricaner überhaupt keine Berührungsängste während sie mit ihren Hintern wackelnd über die Tanzfläche schweben, sodass wir Deutschen erstmal wortlos danebenstanden, was schon ein lustiges Bild abgab. Der Club an sich war total schön! Ich meine - was gibt es besseres als Reggaemusik direkt am Strand unter einem gigantischen Sternenhimmel?
Die dritte Feier war dann die goldene Hochzeit meiner Gastgroßeltern. Wir fuhren mit dem Bus in ein kleines Dörfchen in den Bergen, wo sich die ganze Familie mütterlicherseits versammelte und ein großes Abendessen vorbereitete. Samuel hat mich gleich als seine große Schwester vorgestellt, worauf mich alle herzlich umarmten, was mich echt rührte! Alle werkelten umeinander, unser Cousin zeigte uns einen netten Fluss zum Baden und führte uns ziemlich stolz zu einer Schweinefarm. Es wurde extra eine Torte gekauft und ein Gockel gerupft, der dann in einem großen Topf mit Reis und Gemüse landete. Am Abend machten wir eine kleine Wanderung durch den Wald und fielen dann erschöpft in unsere Betten.
Heute werden Maura, Georgia und ich nach Nicoya zum Schoppen fahren. Nicoya ist die größte Stadt in Guanacaste - die Provinz, in der wir wohnen - und soll deutlich günstiger sein als Sámara. Ich meine, das ist ja nicht schwer, wenn ein Head and Shoulders Shampoo hier in Sámara umgerechnet 8 € kostet...



Maura und ich wussten in den ersten Wochen gar nicht, was wir mit so viel Glück, in einem so wunderbaren Ort zu wohnen, anfangen sollten, aber nach und nach begreifen wir, dass wir uns beispielsweise jeden Tag den Sonnenuntergang anschauen können, der echt atemberaubend ist! Der Horizont schien zu brennen als die Sonne schon fast nicht mehr zu sehen war. Während man noch die letzten Sonnenstrahlen genießen konnte, erschienen schon der Mond und die ersten Sterne. Das Panorama sah exakt so aus, wie wenn es irgendwelche Ölmaler gestalten würden, wo man sich eigentlich immer denkt, dass sie es ein bisschen mit den Farben übertreiben... Auf jeden Fall wird es einer meiner neuen Lieblingsbeschäftigungen sein, mir den Sonnenuntergang anzusehen.
Ansonsten sind Maura und ich nach den Spanischstunden und nach getaner Arbeit im Fitnessstudio fast jeden Tag am Strand und brutzeln fleißig in der Sonne. An den Wochenenden gehen mein Gastpapa, die Kinder und ich ausgerüstet mit Flossen, Maske und Schnorchel Meeresfrüchte sammeln. Es klingt komisch, aber es ist wie wenn wir Deutschen Pilze sammeln gehen. Man kann genauso ungenießbare Muscheltiere aufsammeln, wie ich es am Anfang immer getan habe, worauf mich Francisco immer ausgelacht hat, und man muss genauso viel Glück und den richtigen Riecher haben. Inzwischen finde ich aber die richtigen Krebse und Muscheln, das meinen Gastpapa besonders freut.
Wenn mir der Trubel zu Hause ein bisschen zu viel wird, flüchte ich mich zu Maura und ihren Gastbrüdern, bei denen es wesentlich entspannter abläuft. Letztens haben wir zu einer Tasse Kaffee UNO gespielt. Gestern haben wir uns einen Nachmittag am Strand gegönnt, wo Ronny fleißig deutsch gelernt hat und am Wochenende machen wir zusammen Lasagne, worauf Maura und ich uns schon wahnsinnig freuen! Wir haben gleich mal klargestellt, dass die Lasagne italienisch sein muss und auf gar keinen Fall mit Koriander gewürzt werden darf. Dieses Gewürz hauen die Ticos nämlich auf alles drauf und letztendlich schmeckt dann alles nach diesem ekligen grünen Zeug...
Eines fällt Maura und mir immer wieder auf: Während die costa-ricanischen Mädels uns gegenüber eher skeptisch sind, sind die Jungs die größten Gentlemen auf Erden! Ronny beispielsweise ist sozusagen das Mädchen für alles. Er macht Mauras Frühstück, hilft seiner Mutter im Haushalt, kutschiert seine Familie mit dem Auto durch die Gegend, weil er der Einzige ist, der einen Führerschein besitzt. Dementsprechend muss auch er immer das Auto abstauben, hilft der Gemeinde, die Kirche und die Schule zu putzen und so weiter und so fort. Also da sollte sich der ein oder andere Deutsche mal eine Scheibe von abschneiden. ;-)
Warum ich diesen Beitrag als die Woche der Feste benannt habe, werde ich euch jetzt mal erzählen. Wochenlang hat sich nämlich das Dorf für das Fest der typischen Tänze in Nosara vorbereitet, was mich schier in den Wahnsinn getrieben hat. Es fand nämlich nicht nur zweimal die Woche eine Tanzstunde statt, sondern es wurde auch fleißig direkt vor meinem Zimmerchen auf dem Fußballfeld getrommelt. Mauras Gastbrüder leiten nämlich eine Percussiongruppe von circa 20 Mann, die ebenfalls ihre Stücke für das große Fest probten und mir somit meine heißgeliebten Siestas raubten! Dementsprechend war ich ziemlich erleichtert, als wir dann verteilt in zwei amerikanischen Schulbussen saßen, die uns nach Nosara bringen sollten. Die Frauen waren alle festlich geschminkt, hatten ihre Tracht zur Hand und trugen einen streng zusammengebundenen Dutt. Die Männer der Schöpfung haben sich mit selbst designter Uniform ausgestattet und feierten den Tag schon reichlich im Bus. Übrigens mussten wir erstmal 2 Stunden auf die Busse warten, die sich ordentlich verspätet haben und sie es anscheinend gar nicht eilig hatten, sodass wir für 27 Kilometer circa 1,5 Stunden brauchten. Die Ticos nehmen es nicht so ganz ernst mit der Pünklichtkeit und überhaupt läuft hier alles sehr entspannt ab.
Die typischen Tänze von Costa Rica sind eher einfach und schlicht gehalten. Sowohl die Lieder, als auch die Tanzschritte wiederholten sich des Öfteren. Dafür durften wir ein circa 30 minütiges Trommelkonzert genießen, das mich echt beeindruckt hat! Nach der Vorstellung wurde uns Reis mit Gemüse serviert, man konnte auf einem elektronischen Bullen reiten, ja sogar ein kleines Riesenrad wurde aufgestellt.
Zwei Tage danach lud mich Mauras Gang ein, ein bisschen in Sámara feiern zu gehen, das das erste Mal war, seitdem ich in Costa Rica angekommen bin und ich muss echt sagen, dass das lateinamerikanische Temperament eine ganz andere Stimmung aufkommen lässt als in Deutschland. Darüber hinaus haben die Costa-Ricaner überhaupt keine Berührungsängste während sie mit ihren Hintern wackelnd über die Tanzfläche schweben, sodass wir Deutschen erstmal wortlos danebenstanden, was schon ein lustiges Bild abgab. Der Club an sich war total schön! Ich meine - was gibt es besseres als Reggaemusik direkt am Strand unter einem gigantischen Sternenhimmel?
Die dritte Feier war dann die goldene Hochzeit meiner Gastgroßeltern. Wir fuhren mit dem Bus in ein kleines Dörfchen in den Bergen, wo sich die ganze Familie mütterlicherseits versammelte und ein großes Abendessen vorbereitete. Samuel hat mich gleich als seine große Schwester vorgestellt, worauf mich alle herzlich umarmten, was mich echt rührte! Alle werkelten umeinander, unser Cousin zeigte uns einen netten Fluss zum Baden und führte uns ziemlich stolz zu einer Schweinefarm. Es wurde extra eine Torte gekauft und ein Gockel gerupft, der dann in einem großen Topf mit Reis und Gemüse landete. Am Abend machten wir eine kleine Wanderung durch den Wald und fielen dann erschöpft in unsere Betten.
Heute werden Maura, Georgia und ich nach Nicoya zum Schoppen fahren. Nicoya ist die größte Stadt in Guanacaste - die Provinz, in der wir wohnen - und soll deutlich günstiger sein als Sámara. Ich meine, das ist ja nicht schwer, wenn ein Head and Shoulders Shampoo hier in Sámara umgerechnet 8 € kostet...



alenarube am 05. Februar 2015 | 0 Kommentare
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Jetzt, wo langsam der Alltag im kleinen Torito eintrudelt, möchte ich euch mal von allem berichten, das im Vergleich zu Deutschland ungewöhnlich - ja manchmal sogar ziemlich lustig ist oder in unserer schönen Heimat gar nicht existent ist.
Während der Weihnachtszeit wurden - wie wir es auch kennen - an jeder Ecke Grippen aufgestellt. Manchmal aber tummelten sich Gegenstände wie kunterbunte Lichterketten oder sogar Gestalten wie Weihnachtsmänner oder sonstige Wichtel in der Landschaft von Betlehem, die das besinnliche Ambiente nicht gerade förderten. Auch die meisten Weihnachtsbäume, die ich zu Gesicht bekommen habe, waren nicht besonders dekorativ. Meistens waren es zu einer Pyramide aufgestapelte Bierflaschen, die grell beläuchtet wurden.
Das Spanisch hier kommt mir manchmal vor wie das indische Englisch. Das "R" wird nicht wie im castellanischen temperamentvoll gerollt, sondern eher wie ein Würgereiz ausgesprochen, was eigentlich zu meinem Vorteil ist, da mich mein damaliger, hoch geschätzte Spanischlehrer Herr Legat immer aufgrund meines ungenau ausgesprochenen "R" tadelte. Außerdem habe ich noch nie soviele Leute gesehen, die solch ein großes Talent zum Nuscheln haben wie die Einheimischen von Costa Rica! Daran muss man sich auch erstmal gewöhnen... Das beliebteste Füllwort ist "mae", was soviel heißt wie Freund oder Kumpel und wird -ginge es nach den Ticos- vor, zwischen und nach jedem ausgesprochenen Satz hinzugefügt. Außerdem existiert kein Wort für "ok". Stattdessen antworten die Ticos immer mit "Pura Vida" und unterstreichen damit ihre Leichtlebigkeit, worauf sie ziemlich stolz sind. Grundsätzlich wird in Lateinamerika jedes Geschöpf gesiezt. Seien es die Kinder oder Geschwister, der Ehemann oder das Haustier. Der Einzige, der alle konstant duzst ist mein Gastpapa. Ich denke, er macht es weniger aus Autorität als aus Liebe zu seiner Familie. Die Einheimischen neigen dazu, die 2. mit der 3. Person Singular zu mischen, was immer mehr zum Trend wird und logischerweise nicht gerade die Redekunst der Ticos lobt. Genau genommen existiert noch eine dritte Ansprechform. Wenn man sein Gegenüber vertraut, aber respektvoll ansprechen will, sagt man "vos". Darüber hinaus werden ziemlich viele Worte verwendet, die es in Spanien gar nicht gibt. Das Auto beispielsweise heißt nicht "coche", sondern "carro".
Wenn ich von Ticos rede, meine ich wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, die Einheimsichen von Costa Rica. Das Wort Tico kommt daher, dass die Verniedlichungsform manchmal etwas anders ist als im Spanischen, das man in Europa spricht. Man sagt nicht "mometito", sondern "momentico" und "un poquitillo" wird als "poquitico" ausgesprochen. Wenn es nach den Ticos ginge, würde sowieso alles verniedlicht werden. So heißt beispielsweise "jetzt" nicht "ahora", sondern "ahorita". Der Saft wird zum Säftchen und Reis zum Reischen.
Die gewohnte und überall in Spanien anerkannte Antwort "de nada" auf Danke wird hier als Beleidigung angesehen. Wenn ein Tico hilft, dann macht er es nicht "für nichts", sonern mit viel Vergnügen - "con mucho gusto!"
An das Essen hier muss ich mich echt noch gewöhnen! Grundsätzlich gibt es erstmal keine Messer. Wenn man beispielsweise Fleisch isst, dann fühlt man sich eher wie ein Kanibale, als ein zivilisierter Mensch , wenn man diese Köstlichkeit mit der Gabel aufspießt und daran nagt. Außerdem wird alles mit Zitrone verfeinert - aber wirklich alles! Der Salat wird nicht mit einem sanften Dressing aus Balsamico und Öl angemacht, sondern mit Zitronensaft und Salz. Wenn man sich daran gewöhnt, ist es recht erfrischend. Trotzdem sehne ich mich nach einem typisch intalienischen Dressing!
Die Grundnahrung ist "gallo pinto" - Reis mit Bohnen, das es eigentlich morgens, mittags und abends gibt. Die nahrhafteste Mahlzeit ist das Frühstück. Ein "desayuno típico" sieht so aus: "gallo pinto" mit Sauerrahm auf Tortillas aus Maisreis, der ungefähr nach gar nichts schmeckt, Ei und fritierten Kochbananen und diese Kochbananen sind meine ärgsten Feinde! Zuersteinmal müsst ihr wissen, dass ich grundätzlich alles und viel esse und normalerweise kein Problem mit Essen habe, aber Kochbananen esse ich echt mit Widerwillen! Naja, trotzdem gibt es Sachen, auf die ich mich widerrum immer mehr freue. Zum Beispiel auf Fisch! Hier ist er wahnsinnig frisch und köstlich zubereitet, sodass ich mittlerweile zu einem unerwarteten Fischfan geworden bin! Francisco geht mit mir bald mal angeln, worauf ich mich schon wahnsinnig freue!
Jede Familie hat übrigens einen oder mehrere Hunde, der die Reste bekommt. Die sind an alles gewöhnt, was Menschen auch essen... manchmal kriegt der Hund von uns heimlich von mir ein bisschen mehr Trockenfutter als sonst, weil ihm echt schon die Knochen rausschauen, aber psssst.. Übrigens gehen die Hunde, wenn sie mal Bewegung brauchen, mit sich selbt gassi. Hier würde keiner auf die Idee kommen, mit einem Hund an der Leine durch die Gegend zu laufen.
Bestimmt wird mir im Laufe noch mehr auffallen... das waren auf jeden Fall mal die ersten Eindrücke.
Während der Weihnachtszeit wurden - wie wir es auch kennen - an jeder Ecke Grippen aufgestellt. Manchmal aber tummelten sich Gegenstände wie kunterbunte Lichterketten oder sogar Gestalten wie Weihnachtsmänner oder sonstige Wichtel in der Landschaft von Betlehem, die das besinnliche Ambiente nicht gerade förderten. Auch die meisten Weihnachtsbäume, die ich zu Gesicht bekommen habe, waren nicht besonders dekorativ. Meistens waren es zu einer Pyramide aufgestapelte Bierflaschen, die grell beläuchtet wurden.
Das Spanisch hier kommt mir manchmal vor wie das indische Englisch. Das "R" wird nicht wie im castellanischen temperamentvoll gerollt, sondern eher wie ein Würgereiz ausgesprochen, was eigentlich zu meinem Vorteil ist, da mich mein damaliger, hoch geschätzte Spanischlehrer Herr Legat immer aufgrund meines ungenau ausgesprochenen "R" tadelte. Außerdem habe ich noch nie soviele Leute gesehen, die solch ein großes Talent zum Nuscheln haben wie die Einheimischen von Costa Rica! Daran muss man sich auch erstmal gewöhnen... Das beliebteste Füllwort ist "mae", was soviel heißt wie Freund oder Kumpel und wird -ginge es nach den Ticos- vor, zwischen und nach jedem ausgesprochenen Satz hinzugefügt. Außerdem existiert kein Wort für "ok". Stattdessen antworten die Ticos immer mit "Pura Vida" und unterstreichen damit ihre Leichtlebigkeit, worauf sie ziemlich stolz sind. Grundsätzlich wird in Lateinamerika jedes Geschöpf gesiezt. Seien es die Kinder oder Geschwister, der Ehemann oder das Haustier. Der Einzige, der alle konstant duzst ist mein Gastpapa. Ich denke, er macht es weniger aus Autorität als aus Liebe zu seiner Familie. Die Einheimischen neigen dazu, die 2. mit der 3. Person Singular zu mischen, was immer mehr zum Trend wird und logischerweise nicht gerade die Redekunst der Ticos lobt. Genau genommen existiert noch eine dritte Ansprechform. Wenn man sein Gegenüber vertraut, aber respektvoll ansprechen will, sagt man "vos". Darüber hinaus werden ziemlich viele Worte verwendet, die es in Spanien gar nicht gibt. Das Auto beispielsweise heißt nicht "coche", sondern "carro".
Wenn ich von Ticos rede, meine ich wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, die Einheimsichen von Costa Rica. Das Wort Tico kommt daher, dass die Verniedlichungsform manchmal etwas anders ist als im Spanischen, das man in Europa spricht. Man sagt nicht "mometito", sondern "momentico" und "un poquitillo" wird als "poquitico" ausgesprochen. Wenn es nach den Ticos ginge, würde sowieso alles verniedlicht werden. So heißt beispielsweise "jetzt" nicht "ahora", sondern "ahorita". Der Saft wird zum Säftchen und Reis zum Reischen.
Die gewohnte und überall in Spanien anerkannte Antwort "de nada" auf Danke wird hier als Beleidigung angesehen. Wenn ein Tico hilft, dann macht er es nicht "für nichts", sonern mit viel Vergnügen - "con mucho gusto!"
An das Essen hier muss ich mich echt noch gewöhnen! Grundsätzlich gibt es erstmal keine Messer. Wenn man beispielsweise Fleisch isst, dann fühlt man sich eher wie ein Kanibale, als ein zivilisierter Mensch , wenn man diese Köstlichkeit mit der Gabel aufspießt und daran nagt. Außerdem wird alles mit Zitrone verfeinert - aber wirklich alles! Der Salat wird nicht mit einem sanften Dressing aus Balsamico und Öl angemacht, sondern mit Zitronensaft und Salz. Wenn man sich daran gewöhnt, ist es recht erfrischend. Trotzdem sehne ich mich nach einem typisch intalienischen Dressing!
Die Grundnahrung ist "gallo pinto" - Reis mit Bohnen, das es eigentlich morgens, mittags und abends gibt. Die nahrhafteste Mahlzeit ist das Frühstück. Ein "desayuno típico" sieht so aus: "gallo pinto" mit Sauerrahm auf Tortillas aus Maisreis, der ungefähr nach gar nichts schmeckt, Ei und fritierten Kochbananen und diese Kochbananen sind meine ärgsten Feinde! Zuersteinmal müsst ihr wissen, dass ich grundätzlich alles und viel esse und normalerweise kein Problem mit Essen habe, aber Kochbananen esse ich echt mit Widerwillen! Naja, trotzdem gibt es Sachen, auf die ich mich widerrum immer mehr freue. Zum Beispiel auf Fisch! Hier ist er wahnsinnig frisch und köstlich zubereitet, sodass ich mittlerweile zu einem unerwarteten Fischfan geworden bin! Francisco geht mit mir bald mal angeln, worauf ich mich schon wahnsinnig freue!
Jede Familie hat übrigens einen oder mehrere Hunde, der die Reste bekommt. Die sind an alles gewöhnt, was Menschen auch essen... manchmal kriegt der Hund von uns heimlich von mir ein bisschen mehr Trockenfutter als sonst, weil ihm echt schon die Knochen rausschauen, aber psssst.. Übrigens gehen die Hunde, wenn sie mal Bewegung brauchen, mit sich selbt gassi. Hier würde keiner auf die Idee kommen, mit einem Hund an der Leine durch die Gegend zu laufen.
Bestimmt wird mir im Laufe noch mehr auffallen... das waren auf jeden Fall mal die ersten Eindrücke.
alenarube am 24. Januar 2015 | 4 Kommentare
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