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Donnerstag, 22. Januar 2015
Der größte Sonnenschein auf Erden... Samuel



Die kleine Paola



Der Strand quasi vor meiner Haustür




Dienstag, 20. Januar 2015
Ohje... Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein bisschen über mein Leben hier berichte. Ich bin inzwischen seit einer Woche bei meiner neuen Familie. Ich wohne in einem ziemlich einfachen und armen Dorf namens Torito. Trotzdem habe ich eigentlich alles, was ich brauche: Es gibt eine Pulpería (Tante-Emma-Laden), der einen mit einfachen Dingen wie Wasser, kleine Snacks, Schampon und sogar einigen Medikamenten ausstattet. Man braucht nur 15 Minuten mit dem Fahrrad nach Sámara - der nächst größere Ort, der sich wie mein kleines Dorf direkt am Meer befindet (Also ist meine neue Hauptbeschäftigung eigentlich Strandchillen). Sámara ist eines der beliebtesten Ferienziele sowohl für Touristen als auch für Ticos. Überall wird Yoga- und Surfunterricht angeboten, es gibt schöne Strandbars und nette kleine Geschäfte zum Schoppen. Das Gute ist, dass Sámara nicht überlaufen ist, sondern eher ein kleiner, alternativ angehauchter Ort mit einem wunderschönen Strand!
Jetzt komme ich mal zu meiner Gastfamilie, die ziemlich groß ist! Mein Gastpapa heißt Francisco und meine Mama Lidieth. Die zwei haben eine Tochter Paola (10 Jahre) und einen Sohn Samuel (8 Jahre). Alle vier haben mich schon total lieb bei sich aufgenommen. Francisco ist richtig familiengebunden. Er macht alles, damit es uns allen gut geht. Er geht mit seinen Kindern und mir in seiner Freizeit schnorcheln, bemüht sich, die leckersten Muscheln fürs Abendessen zu finden, hat mir gestern mein eigenes Fahrrad organisiert und ist immer wahnsinnig freundlich. Schön ist auch, dass er sich immer Zeit nimmt, mit mir zu reden. Er hat mir ziemlich viel über den Glauben erzählt, nachdem ich erwähnt habe, dass ich zwar ab und zu in die Kirche gehe, im Moment aber so viele unbeantwortete Fragen an Gott habe, die mich richtig zum Zweifeln bringen. Am Wochenende hat er mich und die zweite Freiwillige Maura eingeladen, mit der Familie eine Bootsfahrt zu machen, um Delfine und Schildkröten anzuschauen. Bald werden wir zusammen fischen gehen. Das wird bestimmt spannend! Ich finde es einfach schön, dass er mich schon so integriert.
Meine Gastmama dagegen macht mir einen skeptischeren Eindruck. Sie ist eher ruhig und ernst. Das liegt bestimmt auch daran, dass sie ziemlich viel in einem Restaurant arbeitet, was bestimmt ziemlich stressig ist - vor allem bei den Temperaturen! Langsam fängt sie an, Späßchen zu machen und von Herzen zu lachen, vor allem wenn die zwei Kinder sich tollpatschig verhalten.
Samuel ist der größte Sonnenschein, den ich jemals gesehen habe! Er freut sich immer total, wenn ich nach Hause komme, zeigt mir seine Welt und ist die ganze Zeit am reden. Einfach total lieb! Wir spielen manchmal Fußball, machen eine kleine Radtour oder lernen zusammen englisch. Immer wenn ich ihn sehe, bin ich automatisch gut gelaunt! Das ist vor allem sehr schön, wenn ich euch in Deutschland vermisse.
Paola ist im Grunde auch ein echt liebes Mädchen. Sie fragt mich ständig, ob ich mit ihr Tablero (Dame) spielen möchte und ist immer ganz vorne mit dabei, wenn es gilt, zu helfen. Sie hat mir gezeigt, wie ich meine Wäsche am Waschplatz wasche, sie hilft sehr viel in der Küche mit und ist generell sehr aufmerksam. Trotzdem muss man ihr echt sehr viele Grenzen setzen. Egal was ich mache, sie ist immer dabei und wirbelt mit! Wenn ich Tagebuch schreibe, will sie in mein Buch malen. Wenn ich Postkarten verschicken will, reist sie mir die Karten aus der Hand und will die Bilder anschauen. Wenn ich mich in mein Zimmerchen zurückziehen will, platzt sie einfach rein und beginnt sogar schon, meine Sachen zu benutzen. Das macht mir ja im Grunde nichts aus, aber man muss ihr echt beibringen, ein bisschen ruhiger zu sein und erst zu fragen, wenn sie etwas von Jemanden will...
Das war´s aber noch lang nicht mit den Kindern, die um mich rumschwirren. Es kommen täglich Jimena und Calep samt Mama ins Haus und übernachten bei uns. Samuel und Paola sehen die beiden eigentlich schon als Geschwister und sagen auch, dass sie zwei Mamas haben. Calep ist so ein süßer Krümel! Er beginnt gerade zu sprechen. Wenn er etwas erzählen will, schaut er mich immer mit so großen Knopfaugen an und kommt mich zur Begrüßung auch immer umarmen. Einfach zum Knuddeln. Jimena versteht sich recht gut mit Paola und hält sich eigentlich immer eher im Hintergrund.
Darüber hinaus kommen meine zwei Gastonkel oft vorbei und sehen mit uns fern und entspannen einfach in unserer Hängematte. Die zwei haben ziemlich viel Zeit und sind extrem entspannt, weil sie offensichtlich arbeitslos sind - wie ungefähr die Hälfte in Torito...
Francisco hat noch 2 ältere Kinder wahrscheinlich aus erster Ehe. Den Sohn kenne ich noch nicht. Seine Tochter heißt Carla und lebt mit ihrem amerikanischen Mann Lorenzo und 4 Kindern im Nachbarort Matapalo. Das Gute ist, dass die Familie zweisprachig ist. Es ist echt manchmal entspannend, englisch statt die ganze Zeit spanisch zu reden. Auch die nehmen mich schon bei allem mit und freuen sich immer total, mich zu sehen. Lorenzo ist Surflehrer und hat mich sogar schon eingeladen, ein bisschen mit ihm zu surfen. Die sind sogar so gastfreundlich, dass ich jederzeit zu ihnen rüber radeln kann, wenn ich zum Beispiel jemanden brauche, der mich mit dem Auto irgendwo hinfahren soll. Carla geht mit mir bald ins Fitnessstudio und ist total motiviert, deutsch zu lernen. Also kommt sie mich manchmal besuchen und ich gebe ihr ein bisschen Nachhilfe. Bald bin ich auch mit reichlich Babysitten beschäftigt, wenn die beiden mal zu zweit etwas machen wollen. Die älteste Tochter Luna singt in einer amerikanischen Kirche und hat mich letzten Sonntag zum Gottesdienst eingeladen. Habt ihr schon mal an einem amerikanischen Gottesdienst teilgenommen? Das ist ja mal etwas komplett anderes als in Deutschland! Da wird ein großer Beamer , der den Liedtext für alle auf eine Wand projiziert, aufgestellt, damit alle mitsingen können, es gibt eine richtige Band und alle sind voll dabei und total am feiern. Gegen so ein paar amerikanische Einflüsse in unsere Kirche hätte ich ausnahmsweise mal nichts dagegen...
Ich habe vorhin Maura erwähnt. Sie wird auch in Torito arbeiten und wohnt 3 Minuten von mir entfernt. Wir machen zur Zeit noch ein Spanischkurs zusammen und haben Zeit, uns einzugewöhnen, da die Schule erst am 19. Februar beginnt. Sie ist ein richtig liebes Mädchen. Wir verbringen unsere Nachmittage bevorzugt am Strand und genießen. Ihre Gastfamilie ist auch ziemlich groß und überhaupt nicht überschaubar. Bei ihr gehen ständig Leute ein und aus, die sie selbst noch nicht zuordnen kann. Wir waren neulich mit ihren zwei Gastbrüdern und deren Freunden am Strand und haben ein Lagerfeuer gemacht. Total schön! Ich lag eigentlich die ganze Zeit nur da und habe in den gigantischen Sternenhimmel geschaut! Ich habe wirklich noch nie in meinem Leben so viele Sterne gesehen! Einfach unglaublich!
So.. ich denke, ihr könnt rauslesen, dass es mir bis jetzt echt gut geht hier in Costa Rica. Am liebsten würde ich euch alle hierher fliegen lassen, damit ihr auch ein bisschen was vom Paradies mitbekommt...



Montag, 12. Januar 2015
Jetzt kommen endlich die versprochenen Bilder meines letzten Eintrags.

Hier haben Sophia und ich die letzten Tage gehaust:

Unser Zimmerchen in Corcovado

So stellt man sich doch mal einen ordentlichen Strand vor, oder?

Playa Preciosa

Playa Preciosa

Channi, der Tico, mit dem wir die Tour gemacht haben, hat eine kleine Schlange am Wegrand gefunden. Diesmal nicht giftig...



Der lebende Beweis, dass Bäume niemals gerade wachsen.



Das ist der coolste Baum, den ich je gesehen habe. Darf ich vorstellen? - Die Würgefeige
(Sophia hat sie an die peitschende Weide von Harry Potter erinnert)



Heaven on earth...